Über

Gerhard Leiser Pfarrer in Ruhestand n Karlsruhe 

Verantwortet CHRISTEN-IN-VERANTWORTUNG Gruppe Karlsruhe

lädt zum Pfarrseniorenkonvent Karlsruhe ein

schickt Gedanken zum Predigttext als Sonntagsgruß nach Krasnodar

nimmt an politischen Veranstaltungen teil, wenn Wetter und zeit es erlauben. Diskutiert gern. Vor allem mit Jungen.

Alter: 89
 


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Blog

Augen und Mund auf!

Unsere Augen sollen stets auf den Herrn sehen, mahnt der Name des Sonntags „Okuli“ Augen nach Psalm 25. Der Predigttext Jeremia 20,7-13 erinnert an einen, der das in allen Nöten tat.

Der Priestersohn Jeremia wollte nicht Prophet sein. Priester opferten, sangen und beteten im Tempel. Propheten sollten dem Volk und den Regierenden sagen was Gott will. Damit machte er sich nicht beliebt. Der Oberpriester lässt ihn einsperren. Durch seine politische Rede hatte er die Ruhe des Tempels gestört.

Beliebt war er bei allen Bessergestellten und der Regierung nicht. Ungerechtigkeiten, Luxusleben, Unmoral, Vertrauen auf Rüstung und Bündnisse mit falschen Partnern kritisierte er. Damals Ägypten oder Babylon. Wie heute vielleicht USA oder Russland oder China. Die Folgen hatte er auszubaden.

Wer macht sich gern unbeliebt? – Wer möchte als Kritiker und Schwarzseher gelten?  - Der junge Jeremia wollte das auch nicht. Aber Gott ließ ihm keine Ruhe. „Frevel und Gewalt“ musste er rufen.

Wie auch Johannes der Täufer. Er bezahlte die Kritik an der Ehe des Königs mit dem Tode.

Auch Jesus war ein junger Mann. Auch er musste sterben. Weil er das Reich Gottes wollte anstelle eines  irdischen Reiches. Wie heute in manchen Ländern junge Leute auf der Straße bei Demonstrationen für Frieden und Gerechtigkeit und Erhalt der Schöpfung.

Manchmal sind es auch alte Leute, die Unrecht Unrecht und Gewalt Gewalt nennen und kritisieren. Albert Schweitzer protestierte noch im Alter, wie Albert Einstein, Pfarrer Jörg Zink (mit 90 war er immer noch Mahner für Bewahrung der Schöpfung und Abrüstung). Es sind zu wenige, die gegen Korruption, Großkapitalismus, Banken, Rüstung und Waffenhandel auftreten. Und die für Frieden und Gerechtigkeit zum Beispiel in Syrien, Nordkorea, Israel etwas tun. Oft sind es Leute außerhalb der Kirche. Das sollte uns anregen. Oft haben die Kirchen zu lange geschwiegen. Ich bin auf die Vorbereitung auf die Vollversammlung des Weltkirchenrats in Karlsruhe 2021 gespannt.

 

Jeremia wurde alt. Der HERR schützte ihn immer wieder. Freunde holten ihn aus dem schlimmsten Keller und versteckten ihn. Ein Schreiber schrieb auf, was der König nicht hören wollte. Weil seine Prophezeiungen eintrafen, sind einige aufgeschrieben worden. Im 2. Buch der Könige wird als letztes von einer Verschleppung des alt Gewordenen nach Ägypten berichtet.

 

Denkt Ihr manchmal auch so „Es hat doch alles keinen Wert. Die Mächtigen hören nicht“? Wenn dein Herz für etwas brennt: mache den Mund auf! Wie Jeremia. Auch wenn Du Dich unbeliebt machst und man schlecht über Dich reden sollte.

 

Eine „Jeremiade“ nennt es, wenn jemand nur immer das Schlechte bejammert und nichts Gutes findet. Im Gegensatz zum Sprichwort: Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Fliegen wie mit einem Fass voll Essig.

Aber in der Passionszeit dürft Ihr schon mal überlegen, was Gott bei Euch nicht gefällt. Dann dürft Ihr auch kritisieren und das Gericht Gottes prophezeien

 

Vielleicht erlebt Ihr, dass Eure Kritik und Mahnung gehört werden. Freut euch dann darüber. Wir haben immer noch Freiheit und Gelegenheiten von der Gerechtigkeit Gottes zu sprechen. Dafür sollten wir sogar Gott Danklieder singen! (wie Vers 11!)

Ohne Angst. Ohne dauernd zurück zu blicken, ob es auch ganz angemessen oder passend ist. Wie der Pflüger, der nur nach vorn sehen darf.

 

Lesungen: Epheser 5, 1-9 Liebt statt zu ludern! Lukas 9, 57-62 Ganz oder gar nicht Jesus nachfolgen!

Weltweit wird in der kommenden Woche für Tschechien, Polen, Slowakei gebetet.

Wochenspruch: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Mit herzlichen Grüßen Euer Gerhard Leiser

 

Nebenbei: Unzufrieden sind viele Leute in Deutschland stellt ein Psychologe in einem Bestseller fest. Wir nicht nach der Feier der diamantenen Hochzeit und meines 90. Geburtstages.

21.3.19 13:57, kommentieren

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Erinnern an Jesus am Sonntag Reminisere!

 

An Jesus erinnern ist das Thema des Predigttextes Johannes 3, 14-24 am Sonntag Reminiscere: Gedenke Herr!

Johannes berichtet ausführlich von einem Gespräch mit Nikodemus, einem führenden Theologen. Der kam nachts zu ihm. „Du musst von Neuem geboren werden“ sagt Jesus. Wie? – Aus Wasser und Geist ins Reich Gottes von neuem geboren!

Erhöht musste Jesus werden. Ans Kreuz? – das war doch die schlimmste Erniedrigung! Johannes aber erinnert an Mose. Der hatte eine bronzene Schlange an einen Pfahl hoch gehängt: Wer immer sie ansah, wurde vom Biss der Schlangen in der Wüste geheilt. So zeigt das Bild einer Schlange an einem Kreuz: Jesus rettet vom Tode. Das ist mehr als die Äskulapschlange der Ärzte und Apotheken als Werbung für Heilung von Krankheit. Wer an den ans Kreuz und später in den Himmel erhöhten Christus glaubt, bekommt auch das ewige Leben. Philipp Melanchthon, der engste Freund Martin Luthers, hat wegen der Verse 14+15 deshalb die Schlange am Kreuz zu seinem Zeichen gewählt. Es steht in jedem seiner vielen Büchern. Das ewige Leben ist auch für uns die größte Hoffnung. Nicht vorstellbar, aber in der Auferstehung Jesu vorgelebt.

Gott liebt die Welt und die Menschen. Deshalb will er uns das ewige Leben geben. Wer Jesus vertraut, darf sich darauf verlassen: Ich werde ewig leben. Immer bei Gott und in Verbindung mit Jesus, der seit der Auferstehung bei Gott ist. Das können wir jetzt schon fühlen. Wir brauchen nie am Sinn des Lebens zweifeln. Wir verlieren nicht. Wir gehen nicht verloren.

Seinen Sohn schickte er in die Welt. Er ist einzigartig. Wir sind zwar alle Gottes Kinder. Aber Jesus ist es in besonderer Weise. So wagt Johannes von „Gottessohn“ zu sprechen, nicht mehr als „Menschensohn“ nach dem Propheten Daniel wie die andern Evangelien von Jesus vorsichtiger sprechen. Nach der Auferstehung reden wir vom Sohn Gottes, dem einmaligen, einzigartigen, besonderen Sohn Gottes!

Der Vers 16 gilt als das Evangelium im Evangelium. Den sollte man auswendig können!

Gott macht uns nicht fertig. Er verurteilt uns nicht. Obwohl wir nicht so sind wie Jesus war. Aber wir hörern und hoffen auf ihn! Mehr verlangt Gott nicht von uns.

Licht wird dann alles, was sonst finster ist. In Jesus ist Licht in die Welt gekommen: das schreibt Johannes in seinem Evangelium am Anfang und immer wieder. (Joh 1,9…er das wahre Licht. 8,12 ..Ich bin das Licht für die Welt). Bis zum Licht am Ostermorgen.Dieser Glaube hat Folgen: Es darf nichts Finsteres im Alltag geben. Wir haben nichts zu verbergen. Wir können offen und ehrlich sein. Wir sagen nicht nur die Wahrheit, sondern tun sie. Das kann heißen: wir treten für Wahrheit ein und für Gerechtigkeit und Liebe und Barmherzigkeit.Dann könnt Ihr Euch sehen lassen!

Nikodemus protestierte später im Hohen Rat gegen die Verurteilung Jesu ohne Anhörung  (Joh 7,50) und brachte eine große Menge Gewürze zum Begräbnis (Joh 19,39). Anscheinend war er von Jesus beeindruckt. Ob er glaubte?

Glaubt Ihr, dass Jesus für Euch gestorben und auferstanden ist? Dann sagt es weiter:

„Also hat Gott die Welt geliebt, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“

Das ist auch Trost und Hoffnung von Christen, die verfolgt und bedrängt werden. Vor allem in Nordkorea und einigen moslemischen Ländern. Für sie soll heute um Schutz und Bewahrung gebetet werden. Aber auch für die Opfer des Massakers in Neuseeland an Moslemen sollten wir denken und an alle, die Mosleme und andere Minderheiten hassen!

Gebetet wird in der kommenden Woche für die Menschen in Estland, Lettland, Litauen: mit russischer Geschichte aber auch lutherischen Kirchen. 

Lesungen: Jesaja 5,1-7 Ein Lied zur Buße. Römer 5,1-6 So bekommen wir Frieden.  

Wochenspruch: Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Gesegneten Sonntag! Euer Gerhard Leiser

16.3.19 22:33, kommentieren