Europa christlich?

Wie Europa anfing christlich zu werden wird im Predigttext am Sonntag Sexagesimae mit Apostelgeschichte 16, 9-13 berichtet.

Zuerst war ein Traum: Paulus sieht und hört einen Makedonier: „Komm herüber und hilf uns“. An seiner heute noch üblichen Tracht erkennt er ihn. Paulus hatte immer wieder innere Stimmen gehört. Gott kann auch in Träumen reden. Wahrsager und Psychologen wissen: Träume sind nicht immer Schäume!

Unsicher war er, wohin sie reisen sollten, um die Geschichte von Jesus zu verbreiten. Er verstand den Traum als Antwort auf sein Gebet.

Rechne damit, dass Gott Dir etwas sagt, im Traum oder unterwegs, beim Beten oder im Gespräch. Und tue, was Dir gesagt wird.

Paulus sucht zunächst Juden. In der Garnisonstadt Philippi gibt es jüdische Geschäftsleute. Am Sabbat findet er jüdische Frauen, die mangels einer Synagoge sich zum Beten am Fluss treffen. Paulus wagt sie anzusprechen. Eine an religiösen interessierte Frau aus Kleinasien, keine Jüdin, lädt ihn ein. Erstaunlich schnell lässt sie sich und ihre Mitarbeiter und vielleicht Kinder taufen. Wir wundern uns darüber. Vielleicht machen wir den Glauben zu kompliziert?

Ich glaube an den HERRN“ genügt. Gemeint ist: Ich folge ihm, ich vertraue ihm. Er lebt, weil er von den Toten auferstanden ist.

Paulus lässt sich in ihr Haus einladen. Anscheinend hat sie ein größeres Haus und Geschäft. Aufsehen erregt er, als er einer aufdringlichen Wahrsagerin den Mund stopft, deren Herrn ihn deshalb verklagen, er verhaftet, durch ein Erdbeben befreit wurde. Aber der Gefängnisleiter auch zu Jesus sich bekehrte. Auch nach der überstürzten Abreise bleiben freundschaftliche Kontakte durch Briefe, Besuche, Spenden. Der Philipperbrief beweist das.

Die Gemeinde in Philippi zeigt wie Gemeinden entstanden und lebten: Als Hauskreise in Privathäusern. Sie brauchten keine Tempel, keine Opfer, keine Priester. In der kleinen Gemeinschaft teilten sie ihre Sorgen, ihr Essen und Interesse am Beten und Hören auf Gottes Wort. Sie lasen das in der griechischen Übersetzung und in den Briefen der Apostel und später den Evangelien.

Aus Hauskreisen wuchsen Gemeinden. Sie bauten Gemeindehäuser und später Kirchen. Sie wählten Prediger und Bischöfe. Aber immer wieder in der Kirchengeschichte wurden Hauskreise als die kleinste Einheit der Gemeinde wieder entdeckt und gefördert. Von Martin Luther, der Brüdergemeinde, den Methodisten und Pfingstgemeinden in armen Ländern.  

Lydia als Hausherrin und erste Christin in Europa  bleibt Vorbild auch für die Kirchen in Europa: Gastfrei sollen sie sein, offen auch für Fremde, werben für das Evangelium von Jesus. Und natürlich auch  bemüht um Gemeinsamkeit in Glaubens- und politischen Fragen. In der Konferenz europäischer Kirchen bemüht man sich auch darum.

Aber müssten die Kirchen nicht nur auf der Ebene der Kirchenleitungen, sondern an jedem Ort mehr miteinander tun und sagen? Damit man auch in Zukunft von einem christlichen Europa sprechen kann!

Europa braucht eine Seele“ wurde schon öfters gefordert. Dazu kann jeder Christ und jede Gemeinde beitragen.

Vielleicht hört Ihr auch einmal eine Stimme, die sagt: Komm herüber und hilft uns! Und brich dann auf!

Gebetet wird in dieser Woche weltweit für die Menschen in Belgien, Luxemburg, Niederlande.

Lesungen: Hebräer 4, 12-13: Gottes Wort fordert Entscheidungen!

Lukas 8, 4-8: Erfolg hat das Werben für Christus!

Wochenspruch: Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt euer Herz nicht! Hebr.3,15.

22.2.19 10:12

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