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In Demut einander dienen: Wort zum Sonntag!

Demütig sollen wir sein, mahnt Petrus im 1. Brief Kapitel 5, 5-11 im Predigttext am 15. Sonntag nach Trinitatis.

Das ist der Schluss und die Zusammenfassung des Briefes an eine kleine Gemeinschaft. Sie lebt in einer Gesellschaft, die von den Regeln des Wettbewerbs, der Konkurrenz, der Habgier, Machtgier, Egoismus, Ehrgeiz, Lüge und Angabe bestimmt ist. Für euch sei Demut die oberste Lebensregel!

Demut? Wird selten gepriesen. Liebe, Mut, Fleiß, Geduld, Selbstvertrauen, Zuversicht werden häufiger gelobt. Das deutsche Wort Demut kommt von Dienen. So sollen auch die Gemeindeglieder einander dienen. So sagt Petrus in 4,10: Dienet einander, ein jeder mir der Gabe, die er empfangen hat. Wie auch Chefs und Untergebene, Männer und Frauen, Regierende und Untergebene sich gegenseitig dienen sollten.

Jesus nennt sich von Herzen demütig. Belastete und Besorgte sollen ruhig kommen! (Matt 11, 29).

Ihn dürfen wir zum Vorbild nehmen. – Das ist viel verlangt. Das muss man wollen: „Anziehen“ sagt der Text. Wie man sich anzieht, wenn man andern dienen will. Je nachdem mit Schürze oder Arbeitskleidung. Nicht mit Frack und Zylinder und Abendkleid.

Mit Demut angeben geht natürlich nicht! Nur im Spaß sage ich mal, wenn ich einem andern den Vortritt lasse, Kaffee einschenke oder Geschirr abtrockne: „In Demut ist mir keiner über!“

Die Jüngeren sind besonders angesprochen: sie sollen sich den Ältesten unterordnen. Wir wissen nicht, ob das in der Urgemeinde ein Problem war. Leider ordnen sie sich heute  nicht unter, weil sie gar nicht eingeordnet haben. Auf der Straße und bei Demonstrationen wie bei „Fridays for Future“ protestieren sie gegen die Älteren. Und die Älteren tun ihnen gegenüber ganz schön demütig. Gegenseitiger Respekt, Achtung und Interesse ist geboten. Aber die Kirchen wissen nicht, wie sie die Jüngeren mehr beteiligen können.

Mit Demut vor Gott fängt es an: Von ihm habe mein Leben und diese Welt und die Gemeinschaft von der ich lebe. Er hat mich bisher bewahrt. Wenn ich die Schöpfung betrachte – was seine „gewaltige Hand“ gemacht hat und macht -  und bedenke, was alles hätte geschehen können: Da werde ich ganz klein und demütig!

Dann vertraue ich ihm alle Sorgen an. Er wird auch in Zukunft für uns sorgen.

In allen Gefahren, die uns tagtäglich drohen. Auch wenn zur Zeit der Teufel nicht bei uns los ist. Aber hasserfülltes Gebrüll gibt es manchmal sogar bei uns. Es braucht gelegentlich viel Polizei um Mord und Totschlag zu verhindern. Von Nordkorea, Indien, Pakistan und andern Ländern lesen wir, dass dort Christen das erleben, was die frühe Gemeinde erlebt hat: Verfolgung, Folter, Haft und Mord.

Wie damals sollten ihr von den Leiden von Christen in der weiten Welt wenigstens etwas wissen. Noch besser, wenn ihr für sie betet und spendet.

Die Verse 10 und 11 schließen den Brief. Ihr könnt sie einander zusprechen: Ihr seid zu der Herrlichkeit berufen, in die Christus auferstanden ist. Darauf könnt ihr euch etwas einbilden und sogar stolz sein. Ihr habt guten Grund auf die Hilfe Gottes zu hoffen! Denn er ist der Schöpfer der Welt vor aller Zeit und nach aller Zeit und in unserer Zeit und nach unserer Zeit. Er hat alle Macht! Deshalb können wir ganz bescheiden und demütig „Amen“ sagen. „So sei es“ heißt das.

 

Gebetet wird in der ganzen Welt in der kommenden Woche für Kolumbien, Ecuador, Nicaragua und den Frieden am internationalen Versöhnungstag.

Lesungen: 1. Mose 2, 4b-9.15 (bis 25) Der ältere Bericht der Schöpfung: der Mensch zuerst!

Matthäus 6, 25-34 Auf das Reich Gottes kommt es an!

Wochenspruch Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch. 2. Petrus 5,7

 

Einen fröhlichen Sonntag ohne Sorgen wünscht euch euer Gerhard Leiser

 

Nachbemerkung: Mit der Bewahrung der Schöpfung beschäftigen sich jetzt auch die Kirchen. Für mich ist Albert Schweitzer der Theologe, der die „Ehrfurcht vor allem Leben“ zum Leitbegriff machte und durch seinen Dienst in Afrika und bescheidenes, einfaches Leben Vorbild wurde. Natürlich setzte er sich auch für politischen Frieden und gegen Atomwaffen ein. So konsequent wagen wenige Politiker zu denken. Hoffen wir, dass Gott noch weiter sorgt!    

26.9.19 17:07

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