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Zur Friedensdekade guter Text!

Ratschläge für den Alltag stehen im Predigttext Lukas 6,27-38 am drittletzten Sonntag im Kirchenjahr.

Lukas stellt in der „Feldrede“ kurz zusammen, was Matthäus in Kapitel 5-7 als „Bergpredigt“ ausführlicher als Zusammenfassung der Meinung Jesu berichtet.

Zuerst: Mit Feinden sollt ihr besonders freundlich umgehen! Habt ihr Feinde? – Dann tut ihnen Gutes, schimpft nicht auf sie, sondern betet für sie. Gebt ihnen nach.  

Gut für euch, wenn ihr wegen eures Glaubens, Volks, Geschlechts, Rasse nicht diskriminiert werdet. Vielen Christen und Minderheiten geht es so. Dann seid ihr die, die auf sie zugehen solltet. Damit aus Fremden Freunde werden.

Aber ihr kennt  Leute mit andern Meinungen und Fremde. Denen man wenig vertraut und die man sogar fürchtet. Oder die einem unsympathisch sind, die man nicht leiden kann, denen man aus dem Weg geht. Heute kann man sich auch aus dem Weg gehen. Dann ist der Nachbar uns egal. Aber wir sollen unsere Nächsten lieben. Dazu muss man ihn erst kennen lernen.

Klar: wenn jemand vor einem hinfällt, hilft man. Gut, dass auch Rettungsdienste und Sozialhilfe in unserer seit Jahrhunderten christlichen Gesellschaft organisiert sind. Auch Nichtchristen helfen. Manchmal sogar mehr als Fromme, die vor allen den Glaubensgeschwistern helfen.

Die goldene Regel nennt man den Vers 31: „Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch“. „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu“ heißt es in Tobit 4,15. Die Feinde lieben und ihnen Gutes tun, geht darüber hinaus! Das ist mehr als Gleich mit Gleich vergelten oder sich gegenseitig die Hände waschen.

Nicht richten, verurteilen, beurteilen erspart Streit. Recht haben wollen bringt Feindschaft.

Großzügig hergeben und verleihen schafft Freundschaft.

Richtig so, sagt ihr. Aber morgen kann euer Verhalten wieder auf die Probe gestellt werden.

„Idiot“ schrie ein Autofahrer den Radfahrer an, der ihm in die Quere fuhr. „Schönen Gruß an ihre Frau“ antwortete der.  

Aber Feindesliebe, Friedenstiften, Versöhnung sind auch Aufgaben der Gesellschaft. In diesen Tagen wird erinnert an das Ende des ersten Weltkriegs, die Zerstörung der Synagogen 1938 und den Zusammenbruch der DDR 1989. Ich erinnere mich noch an Begegnungen mit Franzosen 1945. Sie waren „Erbfeinde“. Statt gegenseitig Schuld vorzuwerfen, wurde um Vergebung gebetet. „Vater vergib“ ließ der Pfarrer der zerstörten Kathedrale von Coventry schon 1945 an die Ruine malen. Pfarrer hatten 1989 in der DDR die Kirchen für Friedensgebete geöffnet und nachher an „runden Tischen“ mit den bisher Verantwortlichen und den neuen Parteien um ordentlichen Neubeginn verhandelt. Ohne dass Rache geübt wurde. So ist es auch in Südafrika und in Burundi zu einigermaßen Frieden nach Bürgerkriegen gekommen.

Betet, dass diese Richtlinien zu Frieden und Versöhnung überall angewendet werden. In der UNO, China, Hong Kong, Syrien, der Türkei, Indien und Pakistan. Dankt Gott für den Frieden in Äthiopien und Eriträa.

Ich habe erlebt: Sogar in der Politik kann man zusammen für das Gute arbeiten, ohne bei verschiedenen Meinungen zu Feinden zu werden! – Dann könnt auch Ihr das in Familie, Nachbarschaft, Beruf und auf der Straße!

Und warum sollt Ihr das?

Weil Euer Vater barmherzig ist und damit ihr „Kinder des Höchsten“ sein werdet. (Verse 35 und 36).

Amen.    

 

Lesungen: Römer 8, 18-25: Die Welt wartet auf die Kinder Gottes!

Lukas 17,20-24 Das Reich Gottes ist ganz nah!

Wochenspruch: Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen Matthäus 5,9

Der Weltkirchenrat bittet in dieser Woche für die Menschen in Neuseeland und Australien zu beten..

                                                 Frieden und Freude  wünscht Euer Gerhard Leiser

 

Nachbemerkung: An den „Mauerfall“ vor 30 Jahren wird in Berlin und im Fernsehen erinnert. Für mich  war er ein unerwartetes Wunder, für das man auch Gott danken sollte und nicht nur den Handelnden..

8.11.19 22:08

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