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Segen sollt ihr sein!

Vom Segen spricht der Predigttext aus dem 4. Mosebuch (6,22-27) am Trinitatisfest.
Damit endet die erste Hälfte des Kirchenjahres. Es handelt von Jesus Christus. In der zweiten Hälfte geht es um unser Leben.  
Das sollen seit Aaron die Priester jedem persönlich sagen: Gott segnet dich! Jetzt und immer. Das ist eine Zusage, kein frommer Wunsch. Die wir glauben sollen. Auch wenn wir dazu sagen müssen: Hilf meinem Unglauben! Wie der Vater des epileptischen Kindes zu Jesus schreit. (Markus 9,24)  
Gott will uns segnen. Das sagt die Bibel oft und berichtet vom Segen Adams und Evas, Noahs, Abrahams. Alle Völker sollen wie er gesegnet sein. Also auch wir.
Jesus segnete die Kinder, die Jünger, ausdrücklich beim Abschied und als Auferstandener. Vielleicht gebrauchte er nicht die feierliche Form des Priestersegens.
Auch in der Coronabedrohung gilt: der allmächtige Schöpfer will uns segnen oder behüten. Er ist über allem. Nichts geschieht ohne ihn. Ich sage deshalb nicht „Sei behütet!“ sondern „Behüt dich Gott!“.
Mit “Gott“ meinen Christen den „dreieinigen“ Gott: Den Schöpfer, Jesus Christus und den Heiligen Geist. Das sind nicht drei Götter, sondern beschreibt wie Gott wirkt. Er wirkt überall, auch in der Geschichte und in deiner Geschichte. Er hat auch diese Welt und die Natur geschaffen. Sie lebt nach ihren Gesetzen. Die wir erforschen und bewundern, aber auch erleiden müssen und manchmal auch nicht verstehen..  
Eindeutig ist sein Wille in Jesus Christus, in seinen Worten und Taten, in seinem Leiden und Sterben und in seiner Auferstehung. Damit können wir hoffen, dass es ein ewiges Leben nach dem (natürlichen!) Tod gibt.
Da Christus bei Gott in der Ewigkeit ist, ist er auch gegenwärtig und spricht mit uns und hilft uns in seinem Geist zu leben.
Einfach gesagt: Gott ist über uns, bei uns und in uns.
Der feierliche dreifache Segen Aarons ist christliche Tradition geworden. Weil er auf die Trinität gedeutet wurde. Er wird bei der Taufe, Konfirmation, Trauung, Beerdigung gesagt. „Eingesegnet“ sagt man deshalb bei der Konfirmation, Trauung, Beginn eines Dienstes in der Gemeinde. Für viele ist der Segen das wichtigste im Gottesdienst.   
Segnen bedeutet: Gott soll behüten, beschützen, führen, bewahren und er soll es jetzt tun. Den ganzen Tag können wir den Segen Gottes erbitten: Beim Aufstehen, bei jeder Mahlzeit, beim „Ausgang und Eingang“ und vor dem Schlafengehen.  
Gesegnet wurden auch Häuser, Autos, Glocken, Orgeln. Aber wann immer wir Angst haben, etwas Neues beginnen, Schwierigkeiten vor uns sehen Und uns einfällt, wie klein gefährdet unser Leben ist.
Von Kanonen und Waffen in früheren Zeiten will ich lieber nicht sprechen. „Gott mit uns“ stand noch im zweiten Weltkrieg auf den Koppelschlössern der Wehrmacht.  
Manchmal kann man sich nach einem Gottesdienst einzeln segnen lassen. Gut war auch wenn Pfarrer zur Segnung von Kranken, Sterbenden und Gestorbenen gebeten werden.
Den Zuspruch „Gott segnet dich“ darf jeder Christ sagen. Wir bekennen damit: Der allmächtige Gott und Schöpfer meint es gut mit Dir. Er liebt dich und verlässt dich nicht, was immer auch geschieht.
Wir dürfen das sagen, auch wenn wir uns Gott und sein „Angesicht“ nicht vorstellen können, von dem der Text spricht. Niemand hat ihn je gesehen. Mit „Licht“ kann man ihn am ehesten beschreiben. Wie es die Schöpfungsgeschichte und das Johannesevangelium (Kapitel 1) tun. Er erhebt sein Angesicht: das heißt er sieht uns und kennt uns. Und er will uns Frieden geben. Inneren und äußeren Frieden brauchen wir vor allem. Gesegnet sein, heißt Frieden mit Gott, den Menschen und sich selber haben. Seinen Namen können wir  nur umschreiben. Wie es die Juden machen und statt des biblischen Begriffs  jhwj nur vom „Herrn“ sprechen. Er sollte nicht missbraucht werden. Jesu Namen dürfen wir anrufen: „Im Namen Christi, der höher ist als alle Namen, können wir selig werden“ sagt Petrus nach Apostelgeschichte 4,12. Ihn bekennen wir auch als Herrn. Obwohl die Bibel sonst von Gott als dem Herrn spricht. Aber darüber brauchen wir nicht weiter zu grübeln: Es gibt nur einen Gott, den Vater von Jesus Christus, und unser aller Vater. Und er will uns segnen. Und wir sollen ein Segen sein und wir dürfen auch segnen.  
So singen wir: „Segne und behüte uns nach deiner Güte, Herr, erheb dein Angesicht über uns und gib uns Licht….(EG 580)

Lesungen: Römer 11, 33-36 Begreifen können wir „Gott“ nicht, aber loben!
Johannes 3, 1-8 Gott kommt in seinem Geist wohin er will.
Weltweit wird in der kommenden Woche gebetet für Lesotho, Namibia, Südafrika, Swasiland.

Mit herzlichen Grüßen Euer Gerhard Leiser

4.6.20 12:52

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