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Wie mit dem Bösen umgehen?

Wie sollen wir mit dem Bösen umgehen? Dazu schreibt Paulus im Römerbrief 12, 17-21, dem Predigttext für den 4. Sonntag nach Trinitatis. Mit Kapitel 12 beginnen Anweisungen, wie Christen leben sollen. Vorher schrieb er über den Glauben.

Paulus hat viel Böses erlebt. Er hatte auch selber Böses getan. Jesus hat ihn trotzdem berufen. Von ihm hat er gelernt. Am Kreuz sagt Jesus: „Vater ergib ihnen; sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34).

Die Ermahnungen des Textes schließen das Kapitel 12.

1. Wir sollen  nicht Böses mit Bösem vergelten. Das gilt schon für das Grüßen auf der Straße. Grüßt freundlich „Grüß Gott“ oder wenigstens „Guten Tag“, auch wenn wie bei uns in der Waldstadt nur wenige grüßen. Oder habt Ihr Leute, die ihr nicht grüßt? – Weil ihr sie nicht kennt und man vor Leuten, die man nicht kennt, immer auch ein bisschen Angst hat?  Oder die euch „unsympathisch“ sind? Erinnert euch an eure Kindheit: Selbstverständlich boxte man zurück, wenn man geboxt wurde. Ihr kennt Konflikte mit Nachbarn, wenn man eng zusammen lebt. Oder wenn jemand bei einem Fahrfehler einen drohenden Finger gezeigt bekommt. Ein Freund rief in so einem Fall: „Grüßen Sie Ihre Frau“. „Fair play“ heißt beim Fußball, dass der Gefoulte nicht zurück kickt.

2. Jedermann etwas Gutes tun? – Da verlangt Paulus viel. Wir haben doch an uns zu denken und sollen dazu uns etwas Gutes für andere einfallen lassen? – Kinder spielen manchmal „Wichteln“ und beschenken sich unerkannt. Das könnten doch auch wir Erwachsene tun? Es gab schon solche Aktionen, dass Gemeindeglieder Polizisten, Feuerwehrleuten oder Nothelfern eine Kleinigkeit als Dankeschön brachten. Ein Gemeindeglied gab der Kassiererinnen immer ein Schoklädchen und auch mir, wenn sie mich traf.  

3. Frieden mit allen Menschen haben? Das wäre schön. Paulus schreibt auch, wenn`s möglich ist. Er kann in seinen Briefen auch grobe Vorwürfe machen. Fauler Friede ist nicht gemeint. Echter Friede kostet oft Geduld und Phantasie und guten Willen von beiden Seiten. „Selig sind die Friedenstifter, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ steht in der Bergpredigt (Matthäus  5,9). In Schulen gibt es Schulungen für Friedenstifter. Sie lernen, wie man Spannungen, Ärger, Streit und Vorurteile friedlich regeln kann. Aber manchmal wären solche Schlichter auch in den Kirchen gut. Was gab es in früheren Zeiten auch in und zwischen den Kirchen Streit.

4. „Die Rache sollen wir Gott überlassen?“ „Gott wird vergelten?“ Ihn sollen wir regieren lassen. Und bitten „Vater vergib“. Wir sind nicht Richter über andere. Wir haben jeder mit der eigenen Schuld zu tun. Vergeben will Gott, nicht vergelten. So handelt Gott zum Beispiel mit David und dem ganzen Volk Israel. In der Geschichte kann man Vergeltung und Vergebung sehen. Das Unrecht der Kolonisierung und der Ausbeutung Afrikas kommt als politische Aufgabe heute wieder zurück. Die Folgen der Sklaverei und der Vergewaltigung müssen aufgearbeitet werden. Aber rächen und vergelten kann man das geschehene Unrecht nicht an den heute Verantwortlichen. Wir können nur beten und daran mitarbeiten, dass geschehenes Unrecht erkannt und bekannt wird und es besser gemacht wird.

 Überlasse doch Gott die Sache.

5. Stattdessen sollen wir „dem Feind zu essen und zu trinken geben“ wenn er es nötig hat, sagt schon ein Spruch aus dem Alten Testament. Jesus in der Bergpredigt fordert gar „Liebet eure Feinde“. Obwohl wir ja gar keine Feinde haben sollten. Aber „es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“. Wohl dir, wenn du zurzeit keine Feinde hast! Aber Verantwortliche können sich nicht immer beliebt machen. Sie müssen auch mit Hass rechnen. Wie er bei manchen Demonstrationen und Gewalttaten sich zeigt. Deshalb wollen wir bei jeder Gelegenheit für Völkerfreundschaft und Völkerverständigung eintreten!

6. Vielleicht kommt die Gelegenheit, wo dein Feind dich braucht. Dann hilf deinem Feind. Vielleicht kommt er dann zur Besinnung. Die Kohlenasche auf dem Kopf könnte als Zeichen der Buße zu verstehen sein.

7. Das Böse mit Gutem überwinden: Das braucht Mut und Phantasie!

Einfach ist das für den Einzelnen nicht. Die ausführlich erzählte Geschichte von Joseph und seinen Brüdern ist dafür ein Beispiel.

Schwierig ist es auch für jemand, der Böses wie Krankheit, fremde und eigene Schuld erlebt hat. Aber Gott kann aus allem Bösen Gutes machen.

Wie aus dem Bösen in der Geschichte der Völker etwas Gutes wachsen kann.

Wenn viele nach dem Gesetz Christi leben. Das mit einem Wort gesagt werden kann: Liebet!.

 

Lesungen: 1. Mose 50, 15-21 Brüder versöhnen sich!

Lukas 6, 36-42 Immer erst bei sich die Schuld suchen!

Weltweit wird in der kommenden Woche gebetet für Erithräa und Äthiopien, die nach langem Krieg endlich Versöhnung suchen.

Wochenspruch: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6,2

Mit herzlichen Grüßen Euer Gerhard Leiser

3.7.20 08:29

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