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Ausgewähltes Volk?

Ausgewählt seid ihr! Das im Predigttext aus dem 5. Buch Mose Kapitel 7,6-12 Gesagte gilt auch euch!

Ihr seid das auserwählte Volk! Das sagten die Propheten und Rabbiner den Juden. Jedes Volk glaubt etwas Besonderes zu sein. Das kann zum Nationalismus führen mit all seinen katastrophalen Folgen. Diese Überzeugung führte zum Erhalt der eigenen Sprache, Religion und Kultur trotz Eroberungen, Verschleppungen und Verfolgungen. Manche Juden empfinden das als Last und wünschen sich wie andere Völker betrachtet zu werden. Aber so hat Gott dieses Volk geführt. Es ist ja auch ein besonderes Volk.

Jesus machte klar, dass alle Menschen als Geschöpfe besonders ausgewählt sind. Sie haben damit auch besondere Verpflichtungen füreinander und die Schöpfung.

Was dem jüdischen Volk gesagt wurde, gilt allen Völkern und allen Menschen. Sie sind alle auserwählt. Auch Du! Aber auch die andern.

Es gilt nicht nur einzelnen Menschen. Wir leben als Glieder eines Volkes und sind damit an Kriegen, Ausbeutung, Gewalt, Zerstörung der Schöpfung immer auch beteiligt und betroffen. Wir Christen können uns nicht vornehm zurückhalten!

Dem einzelnen wird das in der Taufe feierlich erklärt. Der Wochenspruch …ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein… wird dabei oft gesagt. Jesaja meinte aber noch das Volk Israel. Auch unser Volk sollte erinnert werden, dass es ein Volk Gottes unter andern Völkern ist.

Heilig sollt ihr sein. Heilig bedeutet Gott gehören, sein Eigentum sein, ihn Herr und Chef sein lassen. Heilig sollen eure Glieder werden, schreibt Paulus (Römer 6, 19). Als Heilige werden die Gemeinden angesprochen. Nicht dass sie vollkommen und fehlerlos wären, aber sie haben Gott als Herrn anerkannt. Sie wollen Gott dienen. Natürlich gibt es Unterschiede in den Diensten. Auf die kommt es aber Gott nicht an.

Der  Gott, von dem der Text Bibel spricht, ist allein Gott! Das war neu in Zeiten, in denen viele

„Götter“ verehrt wurden. Wie können wir ihn uns vorstellen? – Als alter Mann mit Bart wurde er gemalt. Die Juden sprachen den Namen mit den vier Buchstaben jhwj nicht aus; verbieten „ein Bild von mir zu machen“. Sie sagten dafür „Herr“. Wir können ihn uns auch nicht vorstellen. Wenn wir ihn Geist nennen oder Licht, dann müssten wir sagen können, was Geist oder Licht ist. Ich kann nur sagen, was er mir bedeutet und was er mir sagen will. Eine Definition von Gott: Das was uns anspricht und fragt und zur Verantwortung zieht.

In den „Geboten, Gesetzen und Rechten“ ist der Wille Gottes zu lesen, wie er in alten Zeiten verstanden wurde. In den 10 Geboten sind sie zusammengefasst. Dazu kamen viele Vorschriften, die sich als nötig heraus stellten. So wie unsere Gesetze ständig geändert werden. Für Juden gelten sie immer. Jesus sagt, dass vom Grundgebot der Nächstenliebe alle Gebote her verstanden werden müssen. Das haben Paulus und die Christen übernommen. Deshalb hängen wir nicht am Buchstaben der Bibel. Gott ist in seinem Geist lebendig und gegenwärtig und führt die Gemeinde zu neuen Erkenntnissen in neuen Zeiten und neuen Herausforderungen (Johannes 14,26).

Gott liebt diese Welt und die Menschen: und besiegelt dies immer neu. Nicht mit Brief und Siegel, aber mit Worten, die von Menschen gehört und aufgeschrieben wurden. „Bund“ nennt das die Bibel. Im Bericht von der Schöpfung, von der großen Flut, von Mose, Abraham, Elia, den Propheten und dann ausführlich durch Worte, Tod und Auferstehung Jesu. Und danach durch die Jahrhunderte bis heute. Man spricht zwar vom „alten“ und „neuen“ Bund oder Testament. Aber es ist der ewige Gott, von dem geschrieben ist: „Ich bin heilig und ihr sollt heilig sein!“

Der Text spricht auch von Strafen und Vergeltung  der Übertretungen seiner Gebote. Die Probleme unserer Zeit können auch als Folgen früherer Fehler und Missachtung seiner Gebote betrachtet werden. Als Sünden der Völker und der Gesellschaft, nicht nur von Einzelnen. Denn auch wir sind als Einzelne Teil unseres Volks. Wir können uns nicht zurückziehen in eine Insel der Seligen.

Gott liebt euch. Auch ihr habt diese Liebe oft gespürt. Dann gebt die Liebe weiter.

Für die Menschen in Burundi, Demokratische Republik Kongo, Ruanda arme Länder mit kaum überwundenden Bürgerkriegen soll in der nächsten Woche gebetet werden.

Lesung Römer 6,3-8 Die Taufe ist für uns Zeichen, dass Gott uns liebt.

Matthäus 28, 16-20 Der Bund gilt allen Menschen in aller Welt!

Wochenspruch: So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob*, und dich gemacht hat, Israel*: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Jesaja 43,1

 

Euer Gerhard Leiser

 

Nachtrag: *) So zum bisherigen Wochenspruch zugefügt. So passt er nicht mehr als Taufspruch.

17.7.20 11:10

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